Christoph Born: Vom Torhüter zum Torhütertrainer
Während zehn Jahren war Christoph Born der Stammkeeper beim FC Tuggen. Als er im Sommer 2010 seinen Rücktritt gab, kam er unverhofft und aufgrund Verletzungen noch zu einem Kurz-Comeback. Seither ist einige Zeit vergangen. Damit die Tuggner Fans wissen, was seither mit „Böre“ passiert ist, haben wir uns mit ihm unterhalten.
Früher dirigierte er die Tuggner Abwehr, heute die GC-Torhüter. (Archivfoto fü)
Seit knapp zwei Jahren hast du die Schuhe beim FCT an den Nagel gehängt. Was ist in der Zwischenzeit bei dir passiert?
Einiges, letzten Mai habe ich innerhalb von nur drei Tagen den Job gewechselt. Vom vollamtlichen Sportlehrer zum vollamtlichen Profigoalietrainer bei GC. Nach dem Telefonat von Ciriaco Sforza musste ich mir schon ein paar Gedanken zusammen mit meiner Frau machen. Zudem waren da auch noch zwei Schulleiter, welche mich nicht gerne ziehen liessen und vor allem musste innerhalb von drei Tagen auch meine Nachfolge geregelt werden. Es war eine intensive und wegweisende Zeit.
Die Fussballschuhe brauche ich natürlich immer noch, auch die Handschuhe selbstverständlich. Aber seit meinem letzten Einsatz an der Linthstrasse für den verletzten Adi Bernet gegen Luzern (April 2011) kann ich meine Aktivitäten als abwehrender Torhüter an einer Hand abzählen.
Du bist also täglich auf dem Fussballplatz anzufinden. Reizt es dich nicht mehr noch ab und zu selber zu spielen?
Seit ich den Job bei GC habe, hatte ich diesen Reiz überhaupt nicht mehr. Ich identifiziere mich total mit meinem neuen Job als Trainer, welcher mir enorm Freude bereitet und ich auch in Zukunft betreiben möchte. Die tägliche Arbeit mit den Torhütern begeistert mich sehr und fordert mich auch jeden Tag. Da bleibt einzig noch ein bisschen Zeit für die körperliche Fitness, welche in diesem Job unabdinglich ist.
Momentan ist dein Arbeitgeber ziemlich viel in der Presse vertreten. Machen dir solche Artikel zu schaffen?
Natürlich kriege ich das mit, ich habe aber schon immer, auch während der Aktivzeit, sehr selektiv die Presse gelesen. Leider stimmen einfach immer wieder viele Dinge nicht wie sie dargestellt werden. Persönlich kann ich sehr gut damit umgehen, einzig die Familie und meine Kollegen und Kolleginnen stellen etwas häufiger Fragen ob dies und das wirklich so stimmt, wie sie es gelesen haben. :-)
Bei GC stehen Umstrukturierungen an, weißt du schon wie deine persönliche Zukunft aussieht?
Zu 100% weiss ich das noch nicht, ich habe einen weiterlaufenden Vertrag und möchte diesen auch einhalten. Aber im Moment passiert sehr viel um mich herum. In den nächsten Tagen habe ich aber die ersten Gespräche mit der neuen Vereinsleitung. Ich bin sehr zuversichtlich.
Zurück zum FC Tuggen? Hast du noch Kontakte mit einigen Spielern und verfolgst du das Geschehen in der March?
Ich bin regelmässiger Besucher der FCT-Homepage, lese immer die Spielberichte oder auch die Anekdoten aus dem Trainingslager. Zudem habe ich immer noch vereinzelt Kontakt mit Adi Allenspach, Daniel Joller und Moritz Schmid. Mir ist schon nicht egal was in Tuggen passiert und Angelegenheiten wie das gescheiterte Projekt des Kunstrasens stimmen mich sehr nachdenklich!
Was sagst du einem Spieler bei GC, wenn er dich fragt, wie es beim FC Tuggen sei?
Dass es wahrscheinlich so etwas nicht zweimal gibt in der Schweiz...:-)
Bleibt dir aus deinen 10 Jahren Tuggen noch eine Episode ganz speziell in Erinnerung und falls ja, welche?
Da gibt es doch einige, sowohl positive wie auch negative. Negativ meine zwei roten Karten in den Aufstiegsspielen gegen Carouge und Delémont. Positiv, da könnte ich einige aufzählen, vielleicht die eine ganz besondere, dass ich einen so witzigen Spieler wie Leonard Bushaj kennen lernen durfte. (lacht)
Wie sieht dein All-Star-Team aus deiner Aktivzeit beim FCT aus?
Musste ich glaube ich schon einmal machen, vielleicht ist diese Variante nicht identisch.
Born; Martinovic, Peters, Schmid, Hartmann; Roider, Nushi, Mazenauer, Joller; Zverotic, Junuzi
Ich hätte auch noch eine andere Variante. In den zehn Jahren durfte ich mit sehr vielen guten Fussballern zusammenspielen...:-)
Christoph, wir danken dir für das Interview und wünschen dir alles Gute! Lass dich wieder mal an der Linthstrasse blicken! (hc)





