Beat Lanzendorfer
vom „Alttoggenburger“ stellte uns den Bericht und Foto freundlicherweise zur Verfügung. Besten Dank!


Die Geschichte beginnt im Frühjahr 1981, als Wendel und Edith Imhof, mit dem damals vierjährigen Daniel und dem einjährigen Christoph nach Kanada auswanderten. Zuerst liessen sie sich in Whitehorse nieder, das an der kanadischen Westküste rund 2'400 Kilometer nördlich von Vancouver liegt. Hier erblickten dann noch Dominic (1982) und Angela (1984) das Licht der Welt. Nach einem Zwischenstopp in der Provinz Alberta, ging es 1985 nach Smithers, ein Städtchen mit rund 6'000 Einwohnern, das nun seit rund 27 Jahren Heimat der Familie Imhof ist. Nach Vancouver sind es aber immer noch 1'200 Kilometer oder anders ausgedrückt, 15 Autostunden.

Probetraining beim FC Wil

Anfang 1998 kehrte Bruder Daniel in die Schweiz zurück und absolvierte beim FC Wil ein Probetraining. Marcel Koller, der damalige Trainer, engagierte ihn auf Anhieb und holte ihn ein Jahr später zum FC St.Gallen, bei dem er im Jahr 2000 den Meistertitel feiern durfte. Der Werdegang von Daniel Imhof danach ist bekannt. Zusammen mit Marcel Koller wechselte er in die Bundesliga nach Bochum, bis er sich im Oktober 2010 wieder den Espen anschloss. Nach seinem Rücktritt im letzten Sommer kehrte er nach Kanada zurück. Bruder Dominic tat es ihm gleich, bestritt 2001 ebenfalls ein Probetraining in Wil, ging danach nach St.Gallen, wo er bis 2004 dem Nachwuchsteam angehörte, der Weg in den Spitzenfussball blieb ihm aber verwehrt. Einigen dürfte auch bekannt sein, dass Christoph, der dritte Bruder, in der Saison 2005/06 unter Allenspach dem Kader des FC Bazenheid angehörte, anschliessend die alte wieder mit der neuen Welt tauschte und mittlerweile beruflich mit einem Trucker auf den kanadischen Strassen unterwegs ist.

Tolle Zeit in Tuggen

Mit 22 Jahren wechselte Dominic Imhof dann zum FC Gossau, kehrte Mitte 2006 aber für 18 Monate nach Kanada zurück. Die Rückkehr in die Schweiz erfolgte im Januar 2008. Adrian Allenspach hatte den FC Tuggen im Juli 2007 übernommen, suchte nun eine Verstärkung für die Defensive und verpflichtete Dominic Imhof. «Die Jahre bei Tuggen waren meine schönsten. Wir feierten super Erfolge, erreichten dreimal die Aufstiegsrunde, leider hat es nie ganz für die Challenge League gereicht.» Es war auch die Zeit (Mai 2009), in der er ein Aufgebot der kanadischen Nationalmannschaft erhielt und mit einem Kurzeinsatz beim 1:0-Sieg in Zypern sogar zum Nationalspieler aufstieg. Im Winter 2011 nahm er dann noch einmal eine Luftveränderung vor und wechselte erneut zum FC Gossau.

Endstation Bazenheid

«Die Rückkehr nach Gossau war im Nachhinein ein Fehler, ich hätte sofort nach Bazenheid wechseln sollen, Gespräche gab es schon damals.» So kamen sich die Parteien erst im letzten Sommer näher und mit der Zusage von Dominic Imhof, künftig für den FC Bazenheid die Stiefel zu schnüren, begann eine erfolgreiche, aber leider viel zu kurze Liaison. Er hatte von Anfang an mitgeteilt, dass sein Engagement nur sechs Monate andauere, weil er am 10. Dezember definitiv nach Kanada übersiedeln werde. An dieser Tatsache hat sich bis jetzt auch nichts geändert. Im Gespräch spürt man aber, wie schwer ihm der Abschied fällt. „Aber mein Entschluss stand ja schon vor der Bazenheider Zeit fest.“

 

Vom Paradies in die Heimat

Die Antwort, warum zurück nach Kanada, kommt ihm nicht leicht über die Lippen. «Hier in der Schweiz leben wir im Paradies, alles ist organisiert und ich fühle mich auch wohl. Kanada aber ist Heimat, dort ist mein Herz, wer einmal dort war, weiss, wovon ich spreche.» Dies geht auch den Eltern so. Wenn Vater Wendel, der in Kanada als Pilot selbständig ist, zu Besuch in der Schweiz ist, packt ihn spätestens nach zwei Wochen das Heimweh und er muss zurück. Ein bisschen anders sieht es bei Mutter Edith aus. Sie kommt gern in die alte Heimat und bleibt dann jeweils auch etwas länger. Noch besteht Hoffnung, dass die Schweiz Dominic Imhof wieder sieht, denn darüber würde sich auch Grossmutter Regine freuen, die noch immer in Nuetenwil wohnt und in diesem Herbst des Öfteren auf dem Ifang weilte, um ihren Enkel zu unterstützen. Hoffnung auch, weil er einen Rückflug gebucht hat, weil ein «One-Way-Ticket», so paradox es auch klingen mag, etwa dreimal so teuer wäre. Und weil Amor vor gut einem halben Jahr einen Pfeil Richtung Wattwil abgeschossen hat, besteht ein weiterer Grund, die Brücken nach Europa und seine Zelte in Kirchberg, wo er gewohnt hat, nicht ganz abzureissen. Auf die letzte Frage, wie es drüben denn weitergeht, kommt dann aber schon das kanadische Blut zum Vorschein, denn ein Schweizer würde sein Land kaum ohne dreifache Absicherung verlassen: «Keine Ahnung, ich lasse es auf mich zukommen, irgendetwas ergibt sich schon.» Das Umfeld des FC Tuggen durfte in jedem Fall einen tollen Menschen kennenlernen, den man sicherlich in allerbester Erinnerung behalten wird..

 

„Dominic Imhof kannte ich überhaupt nicht, bevor er zu Tuggen kam. Er war sehr zuverlässig, hie und da aber brach der Crazy Canuck durch und dann machte er verrückte Dinge. So kletterte er in einem Trainingslager eine Felswand hoch, stürzte ab und verletzte sich, liess sich aber nichts anmerken…

In Erinnerung bleibt sicher sein Traum-Freistoss zu Tuggens 1:0-Sieg kurz vor Schluss gegen Luzern II, was uns in die Aufstiegsspiele brachte. Ich wünsche dem "verrückten" Kanada-Schweizer auf jeden Fall alles Gute!“


Erich Güntensperger, Präsident FC Tuggen
 

 

  

„Dominic war ein extrem beliebter Mitspieler. Meistens sehr ruhig, ausser wenn er zwischendurch austickte und in seinem Englisch einige Fluchtiraden losliess, was immer zu grossem Gelächter in der Mannschaft führte. Sein trockener Humor war im Team sehr beliebt. Auf dem Platz hatte er eine sehr gute Schusstechnik, sehr gute stehende Bälle und tolle Flanken. Läuferisch und einsatzmässig konnte man ihm wirklich nie was vormachen. 

Seinen grössten und für alle unvergesslichen Moment hatte er am letzten Spieltag der Saison 2009/2010. Wir mussten gegen Luzern gewinnen, damit wir die Aufstiegsspiele erreichten. In der 92. Minute, beim Stande von 0:0, gab es einen Freistoss aus 18 Metern. Er nahm sich den Ball und haute ihn in seiner unnachahmlichen Art ins Lattenkreuz. Mit diesem Schuss sicherte er uns in der allerletzten Minute der ganzen Saison den Einzug in die Aufstiegsspiele.“        


Adrian Allenspach, Trainer FC Tuggen                    

 

 

„Domi ist ein einfacher, eher ruhiger und netter Kerl, der ab und zu überraschend Emotionen zeigt. Er ist wahrscheinlich der einzige Fussballer, der mit Hüftkreisen überfordert ist und im Trainingslager mit Trainerhosen in den Ausgang geht. Seine grosse Leidenschaft ist Kanada. Auf seinem Laptop müssen tausende Fotos und Videos über kanadischen Sport, Land und Leute sein. Kurz zusammengefasst ist er ein Typ, den man gernhaben muss.

Ich wünsche Domi alles Gute und hoffe, dass er seinen Traum mit einem eigenen Haus in Kanada verwirklichen kann.“

 

Daniel Joller, Ex-Captain des FC Tuggen

 

„Domi ist in allen Hinsichten ein ganz ausserordentlicher Typ – er kriegt schon bei 18 Grad heiss, 8 Grad sind hingegen aus seiner Sicht gerade ideal für kurze Hosen und Flip Flops. Nur selten kennt ein Fussballer mehr Eishockey-Resultate aus der NHL als Champions-League-Spielausgänge, Domi gehört allerdings zu dieser Sorte. Seine Aussergewöhnlichkeit zeigte er aber beim FC Tuggen nicht nur neben dem Platz, wo er ein sehr angenehmer, eher ruhiger und gleichzeitig aber auch etwas verrückter (im positiven Sinne) Zeitgenosse war, sondern auch auf dem Spielfeld. Unvergessen bleibt sein wunderbares Freistosstor in der letzten Minute des letzten Meisterschaftsspiels, das den FCT schlussendlich in die Aufstiegsrunde brachte.

Ich habe Domi als Mannschaftskollegen immer sehr geschätzt und wünsche ihm für die Rückkehr in seine Heimat nur das Beste.“

 

Moritz Schmid, Ex-Spieler des FC Tuggen

 

„Dominic war alles andere als wehleidig. Im Gegenteil, es war ihm fast peinlich, wenn er nach einem rüden Foul mal am Boden liegen bleiben musste. Im Training gab er immer Vollgas. Im Weiteren bleibt mir in Erinnerung, dass es für ihn erst wirklich kalt war, wenn es unter minus 10 Grad ging.“



Gusti Geiger, Assistenztrainer FC Tuggen

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           FC Gossau - FC Tuggen               
gossau sg vs. tuggen

3:1
 
27' Yannick Stacher (1:0)
51' Stjepan Vuleta (2:0)
52' Jakup Jakupov (2:1)
82' Robin Estermann (3:1)
 

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