Cup-Krimi in Höngg mit dem besseren Ende für Tuggen

von Daniel Horisberger (Kommentare: 0)

 

Nach Fehlstart in die Cup-Partie lag Tuggen aufgrund eines versenkten Foul-Elfmeters früh zurück. Im Laufe der ersten Halbzeit übernahm die Previtali-Elf aber das Spieldiktat und ging kurz vor der Pause mit einem Doppelschlag durch Nathan Tayey und Altin Ramabaja verdient 2:1 in Führung. Auch nach dem Seitenwechsel änderte das Spiel seinen Takt nicht und Tuggen spielte über weite Strecken überlegen. So kam Tuggen nach 66 Minuten zum 3:1 durch Alessandro Kräuchi. Schliesslich brauchte es einen Kraftanfall von Hönggs Aushängeschild Alija Hadziarapovic, der völlig alleingelassen den Anschluss erzielen konnte. In der Nachspielzeit war Tuggen zu unkonzentriert und musste, nachdem man zuvor selbst hochkarätige Torchancen liegengelassen hatte, den etwas schmeichelhaften Ausgleichstreffer – wiederum durch Foulelfmeter – hinnehmen. Die Verlängerung verlangte Spielern und Fans alles ab. Bei eisigen Temperaturen und strömendem Regen mussten sich die Tuggner Zuschauer ansehen, wie ihre Mannschaft mehrfach Grosschancen nicht verwandelte und das Spiel so spannender blieb, als es nötig gewesen wäre. Auch nach 120 Minuten blieb es beim 3:3. Die Penalty-Lotterie musste damit ein Spiel entscheiden, dass Tuggen zweifellos hätte früher gewinnen müssen.

Und man startete schlecht: Das erste Duell ging verloren, Jakup Jakupov konnte den Ball nicht unterbringen. Danach blieben Tuggens Schützen fehlerlos und Tuggens Colin Hegner im Tor parierte einen Versuch, womit der Spielstand nach fünf Schützen wieder ausgeglichen war. Schliesslich wurde das Penaltyschiessen im sechsten Duell entschieden: Colin Hegner parierte zum zweiten Mal und Haxhi Shala verwandelte den darauffolgenden Penalty mit so viel Selbstvertrauen, dass man meinen könnte, es habe nie ein Zweifel daran bestanden, dass Tuggen in Höngg gewinnt. «Die Leistung war über weite Strecken gut bis sehr gut. Wir waren zwischenzeitlich zu wenig konzentriert und liessen sie zurück kommen. Dann musste wir halt in die Verlängerung», so Trainer Ivan Previtali. Nachdem das Spiel zwischenzeitlich abflachte, brauchte es auch einen Input von der Trainerbank: «Es war ein schweres Spiel, alle sind viel gelaufen und werden müde. Wir müssen dann von aussen immer wieder motivieren, auch wenn nicht mehr alles gelingt. Gerade auch im Hinblick auf das Penalty schiessen». Diese Inputs scheinen funktioniert zu haben, denn am Schluss waren es die Tuggner, die sich verdient jubelnd in den Armen liegen durften. Nun darf man gespannt der Auslosung der ersten Cup-Hauptrunde entgegenschauen – ob es bereits im August wieder einen Cup-Knüller an der Linthstrasse gibt?

 

Telegramm

 

Höngg – Tuggen, 3:4 (1:2) n.E.

Sportplatz Hönggerberg, 200 Zuschauer, SR: Elvis Musliu

Tore: 13. Rihs 1:0 (P), 42. Tayey 1:1, 45.+1’ Ramabaja 1:2, 66. Kräuchi 1:3, 70. Hadziarapovic 2:3, 90.+2’ Affolter 3:3 (P).

Höngg: Lindroos; Pfister, Luburic, Azizi (62. Santos); Gerber (87. Velardi), Nardo (77. Buchmüller), Bryand, Nguy (87. Affolter); Ulu (113. Kacir), Hadziarapovic, Rihs (62. Kälin).

Tuggen: Hegner; Kräuchi (82. Bonthuis), Meier, Osmani (16. Herlea), Keller; Rüegg N., Ismaili (82. Antoniazzi), Shala; Morina (82. Erbinel), Ramabaja (104. Fernandes), Tayey (56. Jakupov).

Bemerkung: Tuggen ohne Vasic, Kriz, Quintas und Rüegg J.

Verwarnungen: 13. Osmani (Foul), 22. Bryand (Foul), 29. Morina (Unsportlichkeit), 35. Nardo (Foul), 89. Erbinel (Foul), 101. Affolter (Foul), 107. Velardi (Foul), 108. Pfister (Foul), 112. Buchmüller (Foul).

Elfmeterschiessen: Bryand 1:0, Jakupov -, Buchmüller -, Antoniazzi 1:1, Kälin 2:1, Meier 2:2, Kacir 3:2, Keller 3:3, Affolter 4:3, Rodrigues 4:4, Luburic -. Shala 5:4.

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