Duell der Ausserschwyzer
von Daniel Horisberger
Das Ausserschwyzer 1.-Liga- Kräftemessen findet in der March statt. Der FC Tuggen empfängt Freienbach an der Linthstrasse. Damit trifft der Tabellenzweite Tuggen (24 Punkte) auf den 13. Freienbach (10 Punkte). Oder auch: 7 Siege auf 2 Siege. Während die Märchler in der Saison bislang 26 Treffer zu verbuchen haben, gelangen den Höfnern mit 12 nur knapp halb so viele. In Zahlen ist die Ausgangslage klar, für Tuggen sprechen ausserdem der Heimvorteil und ein Blick auf die letzten zehn Direktbegegnungen. Seit Oktober 2021 gingen die Tuggner insgesamt siebenmal als Sieger vom Feld, die Freienbacher nur einmal. Dazu gab es zwei Partien, die remis endeten. Allerdings: Derby ist eben Derby. Da laufen die Dinge manchmal anders als erwartet. Vieles hängt davon ab, wie die Trainer ihre Mannschaften auf das Spiel vorbereiten. Oder anders gesagt: Coach Michele Polverino trifft auf Stefan Flühmann.
Der Favorit: Tuggen
Zum Saisonstart liessen es Trainer Michele Polverino und sein Team richtig krachen: sechs Siege in Serie. Tuggen grüsste lange von Platz 1. «Wir hatten einen sehr guten Start, sind da-nach aber etwas ins Stocken geraten. Wenn wir nach elf Runden Bilanz ziehen, können wir dennoch zufrieden sein», meint der neue Chef an der Seitenlinie. Auf das Derby gegen Freienbach hat sich der 43-jährige Chefcoach gut vorbereitet, er habe den Nachbarn schon beobachtet und analysiert. Sein Fazit: «In einigen Spielen hätten sie mehr verdient gehabt. Sie verfügen über eine routinierte Mannschaft und haben mit unserem ehemaligen Spieler Fernando Rodriguez einen sehr starken Stürmer in ihren Reihen.» Aus den letzten fünf Meisterschaftsspielen (eine Niederlage, drei Remis und ein Sieg) holten die Tuggner nur sechs Zähler. Allerdings gelang der Sieg am letzten Wochenende gegen Winterthurs Reserve. Ein 3:1-Erfolg und der mögliche Start einer neuen Serie. Doch bei diesem Versuch muss Polverino auf sieben Spieler verzichten. Eray Erbinal, Altin Ramabaja, Kevin Quintas, Nathan Tayey, Anthony Pinthus und Nando Rüegg fallen verletzungsbedingt aus. Zudem fehlt Silvan Kriz aus beruflichen Gründen. «Leider haben wir einige schmerzhafte Ausfälle zu beklagen», fasst der ehemalige liechtensteinische Nationalspieler zusammen. «Wir müssen als Mannschaft geschlossen auftreten und von der ersten Minute an mit voller Überzeugung spielen. In einem Derby wird es darauf ankommen, dass wir als Team auftreten und unsere Leistung konsequent abrufen», gibt der Chef die Marschroute im Derby vor. Sein Wunsch: «Ich hoffe, dass möglichst viele Tuggner Anhänger den Weg ins Stadion finden.»
Der Herausforderer: Freienbach
Freienbach startete durchwachsen in die Saison. Unentschieden und Niederlagen wechselten sich ab. Den ersten Sieg feierten die Höfner am 12.September gegen Collina d’Oro, ein 3:1. Dann wieder eine Niederlage und anschliessend der Sieg gegen Widnau. Es ging unbeständig weiter. Die letzte Niederlage setzte es gegen Wettswil-Bonstetten am vergangenen Samstag. Die sei inzwischen verdaut, sagt Trainer Stefan Flühmann. Auf Tuggen habe man sich natürlich vorbereitet. «Sie sind, wie so oft in der 1.Liga, dominant, eine super Mannschaft. Sie hatten einen sehr guten Saisonstart. Ich glaube, dass sie dieses Jahr fast noch ein Mü stärker sind als letzte Saison.» Grösstes Problem bei Freienbach sind derweil die vielen Verletzten, die bis zu sechs Wochen oder länger fehlen. Darunter Stammspieler wie Silvan Gönitzer, Jérôme Stähli, Kemil Festic, Espoir Niyo, Luca Straub, Simon Rohrbach. Wobei der Coach betont: «Die, die spielen, sind voller Leidenschaft, geben sich Mühe. Man kann ihnen keinen Vorwurf machen, aber irgendwann leidet die Qualität dann schon ein bisschen, wenn man so viele Absenzen hat.» Die Rollen sind für Flühmann klar verteilt. «Wir sind im Abstiegskampf, haben personelle Probleme. Wir können nur noch leidenschaftlich und mutig Fussball spielen und hoffen, dass Tuggen vielleicht nicht gerade den besten Tag hat.» Sodass man dann vielleicht einen Punkt mitnehmen könne oder sogar drei.