Ein überraschender Derby-Abend an der Linthstrasse

von Daniel Horisberger

In Tuggen war alles angerichtet für ein spektakuläres Derby. Klarer Favorit: Tuggen. Nicht zu unterschätzen: Freienbach. Der gegenseitige Respekt: gross. Das Wetter: kühl, aber trocken. Die Fans: zahlreich und begeistert. Beide Teams gingen verletzungsgeschwächt aufs Feld. Anpfiff. Erste Aktion: Eckball für Tuggen, Freienbach kann ins Aus klären. Einwurf, Ball zu Dardan Morina, doch der läuft ins Abseits. Kurz darauf ein Eckball Freienbachs durch Dario Marcon, aber ohne Ergebnis. Freienbach macht in dieser Phase auch Druck. Doch es folgt ein Tuggner Eckball von rechts durch Haxhi Shala. Morina kommt zur Torchance, aber Leon Merkas ist zur Stelle. Tuggen ist klar die aktivere Mannschaft. Die erste Verwarnung des Spiels erhält Freienbachs Benjamin Tritten in der 19. Minute. Es folgt eine Ballbesitzphase Tuggens. Doch dann zwei Eckbälle Freienbachs (24.Minute), eine kurze gefährliche Situation vor dem Tuggner Tor durch Luca Straub. Freienbach setzt Nadelstiche. Dann wechselt die Seite, Tuggen spielt einen längeren Pass in den Strafraum, Jakup Jakupov kommt zum Ball, doch Freienbachs Merkas ist sicher. Tuggen bleibt sehr aktiv, Freienbach eher passiv. Doch dann ein Angriff Freienbachs, mal wieder eine Szene im Tuggner Strafraum durch Alija Hadziarapovic, Torchance inklusive. Die Zweikämpfe werden härter. In der 35.Minute ein Freistoss für Tuggen, Jakupov kommt zur Torchance, doch der Ball endet beim Freienbacher Goalie. Eine nächste Torchance hat Freienbachs Luis Fernando Rodrigues Benis per Kopf, aber der Ball endet beim Tuggner Schlussmann. In der 42.Minute kommt es zum Foul rechts vor dem Freienbacher Strafraum, Tuggens Freistoss durch Haxhi Shala findet aber nicht den Weg zum Tor. Die 622 Zuschauer sahen eine durchwachsene erste Halbzeit. Kaum zwingende Chancen, jede Menge Mittelfeldgeplänkel, viel Verteidigungsarbeit für beide Teams. Tuggen war insgesamt die stärkere Mannschaft in Hälfte eins. Dann fallen doch noch drei Tore.

Die Teams kommen unverändert aus der Kabine. Insgesamt startet Hälfte zwei, wie die erste endet. Bis zur 55. Minute. In einer druckvollen Phase erzielt Tuggens Shala Haxhi das 1:0 für das Heimteam nach einer Corner-Situation. Ein Tor passend zum Spielverlauf. Die Märchler halten daraufhin den Druck hoch, holen einen weiteren Eckball. In der 60.Minute kommt es zu einer engen Strafraumszene, doch Freienbachs Goalie Merkas kann klären. Tuggen bleibt bestimmend. Und dann die alles verändernde 63. Minute. Tor für Freienbach. Fast aus dem Nichts erzielt Luca Straub den Ausgleich für die Höfner. Die Partie nimmt an Fahrt auf. Tuggen bleibt dran, will klar den neuerlichen Führungstreffer. Bei Freienbach beobachtet man steigendes Selbstbewusstsein. Die Höfner merken: Da geht vielleicht noch etwas. Und tatsächlich: 73.Minute, Einwechselspieler Lendrit Dellova trifft zum 2:1 für Freienbach. Ein Schock für die Gastgeber. Tuggen kämpft ab jetzt gegen die Niederlage, aber ohne Erfolg. In der 89. Minute haben die Märchler noch einmal die Chance auf den Ausgleich durch Mirza Hasanbegovic, aber der Ball geht daneben. Eine letzte Aktion Tuggens in der Nachspielzeit: ein Kopfball, der aber nicht den Weg ins Tor findet. Dass die Partie in der Schlussphase noch mal hitzig wird, sieht man an drei gelben Karten innert weniger Minuten. Doch es bleibt bei der Überraschung, Freienbach verlässt als Sieger den Platz im Flutlicht.

Gemischte Gefühle bei Coaches Für Tuggen-Coach Michele Polverino ist es eine sehr unglückliche, schmerzhafte Niederlage, wie er sagt. «Wir hatten das Spiel eigentlich sehr gut unter Kontrolle, hatten Chancen und haben wenig zugelassen.» Freienbach habe das gemacht, was es gut könne: sehr taktisch und diszipliniert gespielt, gut und tief gestanden, eine gute Blockverteidigung und dann versucht zu kontern. «Ich denke, wir brauchen sicher ein paar Tage, um die Niederlage zu verdauen.» Schon am Sonntag geht es weiter mit dem wichtigen Spiel gegen Eschen/Mauren. «Dort müssen wir definitiv wieder drei Punkte holen, damit wir den Anschluss ganz vorne nicht verpassen», so Polverino.

Freienbachs Trainer Stefan Flühmann analysiert: «Wir haben sehr diszipliniert und gut verteidigt, sind solidarisch und kompakt auf dem Platz gestanden. Aber wie ich schon im Vorfeld gesagt hatte: Wir müssen einen sehr guten Tag haben und wir hatten einen super Tag und der Gegner vielleicht nicht gerade den besten.» Für den Trainer ist es ein verdienter Sieg. «In der ersten Halbzeit konnten wir zwei, drei Nadelstiche setzen. In der zweiten hatten wir gute Einwechslungen. Alle, die hereingekommen sind, haben das super gemacht.»

 

Zurück