Keine Tore in Tuggen
von Daniel Horisberger
Tuggen kommt gegen Kosova nicht über ein leistungsgerechtes 0:0 hinaus. Beide Torhüter sorgten mit glanzvollen Paraden für die Punkteteilung. Viel hat sich der FC Tuggen gegen Kosova vorgenommen. Von einer Wiedergutmachung der unnötigen Niederlage gegen Thalwil vor Wochenfrist war die Rede. Doch davon war in der ersten Halbzeit zuhause an der Linthstrasse nichts zu sehen. «Ich war mit der Leistung meiner Mannschaft in der ersten Halbzeit gar nicht zufrieden», so Tuggen-Trainer Michele Polverino nach dem Spiel. «Wir haben zu wenig Energie, Leidenschaft und Willen auf dem Platz gebracht.»
Irgendwie hatte man von Beginn weg das Gefühl, dass sich beide Mannschaften der gegnerischen Spielstärke bewusst waren und so eher vorsichtig ans Werk gingen. Zwar hatte Tuggen leichte Spielvorteile, aber die Vorstösse verpufften Mal für Mal an der gut organisierten Zürcher Fünfmann-Abwehr oder wegen der eigenen Unentschlossenheit. Erst kurz vor der Pause sorgte Tuggens Stürmer Jakup Jakupov für ersten grösseren Applaus von der Tribüne. Er umkurvte zwei, drei Gegner an der Strafraumgrenze. Sein Geschoss wurde von Kosovas Torhüter Ivan Fernandez Dominguez noch an den Pfosten gelenkt. Es war der einzige wirkliche Hochkaräter bis zu diesem Zeitpunkt.
«Es ist immer schwer, gegen eine massierte Fünferkette in der Abwehr zu spielen», sagten Captain Caine Keller und Stürmer Dardan Morina übereinstimmend nach dem Spiel. Und genau das sahen die nicht ganz 400 Zuschauer. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr zog sich Kosova in die eigene Verteidigung zurück. Den Märchlern wollte der entscheidende Spielzug einfach nicht einfallen. «Tuggen ist eine spielstarke Mannschaft», gab Kosovas Trainer Emilio José Gesteiro zu Protokoll. «Unser Ziel war es, den Fluss aus dem Spiel zu nehmen, das ist uns ganz gut gelungen.» Nicht nur das. Tuggen rannte zwar an, zog nach Ablauf einer Stunde schon fast ein Powerplay rund um den Zürcher Strafraum auf, aber Kosova löste sich immer wieder geschickt und konnte mit gefährlichen Kontern Nadelstiche setzen. So konnte sich auch Tuggens Schlussmann Anthony Pinthus mehrfach auszeichnen. «Hätte Kosova die Konter besser ausgespielt, hätten sie uns heute gefährlich werden können», so Polverino nach dem Spiel. Auch Torhüter Dominguez konnte sich nach Abschlussversuchen von Dardan Morina mehrfach auszeichnen. «Ja, mit den Leistungen beider Torhüter bin ich heute sehr zufrieden», meinte ein gut gelaunter Tuggner Torhüter Ponthus. So zeichnete sich ein Spiel ab, das einen Sieger wohl nur durch eine erfolgreiche Einzelleistung oder eine Zufallsaktion gefunden hätte. Ein Spiel, das aber mit einer gerechten, torlosen Punkteteilung endete, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Gegen Spielschluss wurde es immer wieder hektisch, viele kleine Nicklichkeiten prägten das Geschehen. Schiedsrichter Mujo Dedukic zückte insgesamt acht Gelbe Karten, sechs davon gegen die Zürcher. Mit der zweiten Hälfte des Spiels war der Tuggner Übungsleiter eher zufrieden. «Wir hatten eine bessere Spielkontrolle, konnten viel besser die Bälle erobern. Schliesslich müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein.»
Telegramm:
Tuggen – Kosova 0:0
Linthstrasse. 387 Zuschauer. SR Mujo Dedukic.
Tuggen: Pinthus; Heini (87. Sefer), Jonas Rüegg, Osmani, Keller; Nando Rüegg, Kriz (72. Philips), Shala; Morina, Jakupov (72. Jaggy), Tayey Mituensi (46. Hasanbegovic).
Kosova: Fernandez Dominguez; Luburic,Foniqi, Lekaj; Rodriguez, Dushi (89. Rrafshi); Rubortone (80. Calbucci), Jakovljevic; Oliveira (80. Araya), Kuka, (80. Clarke) Passaseo (87. Künzli).
Bemerkungen: Tuggen ohne Rambaja, Ismaili, Erbinel, Alves (alle verletzt), Moreira, Hartmann (nicht im Aufgebot), Romano (abwesend). Kosova ohne Abazi, Trolli, Ibraimi, Sulejmani, Klinaku, Stocker, Cardoso, Bunjaku (alle verletzt), Döringer (krank), Rexhepi, Limani, Laski (nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 25. J. Rüegg, 31. Foniqi, 54. Passaseo, 65. Jakovljevic, 75. Dushi, 83. Clarke, 90.+2 Araya, 90.+3 Philips (alle wegen Fouls).