Klare Sache für Tuggen
von Daniel Horisberger (Kommentare: 0)
Das Derby zwischen dem FC Tuggen und dem FC Freienbach hielt von Beginn weg, was es versprach und versorgte das zahlreich erschienene Publikum bereits nach wenigen Sekunden mit höchster Torgefahr: Ein Ausflug von Freienbach Torhüter Leon Merkas misslang, allerdings traf Tuggens Kevin Quintas aus rund 40 Metern nur die Latte des verwaisten Tores. In der Startphase war Tuggen allgemein das gefährlichere Team – und nach 6 Minuten hätte es 1:0 stehen müssen: Altin Ramabaja wurde im Abschluss von hinten umgegrätscht, den anschliessenden Foul-Elfmeter konnte Dardan Morina aber nicht im Tor unterbringen. Nicht nur aufgrund der Anzahl Chancen erwischte Tuggen den besseren Start, auch spielerisch zeigte die Previtali-Elf ein völlig anderes Gesicht als noch vor Wochenfrist gegen Wettswil-Bonstetten. Es vergingen so kaum Minuten ohne Aufreger. Die nächste Nennenswerte Aktion ereignete sich wieder vor dem Freienbacher Tor: Nach 20 Minuten entwischte Ramabaja allein und konnte von Keeper Merkas nur regelwidrig gestoppt werden. Auch durch den zweiten Versuch vom Elfmeterpunkt konnte Tuggen aber nicht in Führung gehen. Diesmal scheiterte Caine Keller am glänzend parierenden Leon Merkas, der seinen Fehler sogleich wieder ausbügelte. Den überfälligen Führungstreffer konnte nach 25 Minuten Altin Ramabaja, bislang auffälligster Mann bei Tuggen, erzielen: Schneller als sein Gegenspieler, spitzelte er einen steilen Ball in den Lauf an Torhüter Merkas vorbei und via Innenpfosten ins Netz. Die Höfner hatten ihrerseits Schwierigkeiten, in die Zweikämpfe zu kommen und standen den Tuggnern in fast allen Belangen nach. Deshalb ging der Führungstreffer durchaus in Ordnung. Unverdient war auch der zweite Treffer der Tuggner nicht, obschon er etwas glücklich zustande kam: 40 Minuten zeigte die Uhr, als Nathan Tayey von links aussen in den Strafraum flanken konnte. Leon Merkas im Tor liess den eigentlich sicher gehaltenen Ball aber zur Unzeit los, so dass Altin Ramabaja nicht mehr tun musste, als am richtigen Ort zu stehen. Bis zur Pause blieb es beim 2:0.
Freienbach musste in Durchgang zwei aufdrehen, wollte man das Derby noch gewinnen. Aber auch nach dem Seitenwechsel ging es in der spektakelbepackten Partie gleich weiter. Tuggens Kevin Quintas setzte seine Zauberfähigkeiten unter Beweis und schlänzte den Ball von der Strafraumgrenze sehenswert ins Netz. In der 67. Minute folgte dann die Vorentscheidung. Bilderbuchhaft konterte Tuggen über die linke Seite die Freienbacher Hintermannschaft aus, der Abschluss von Dardan Morina war unhaltbar. Gleichzeitig kamen nun aber auch die Gäste immer wieder empfindlich nahe ans Tuggner Tor, dies vor allem dank Standardsituationen. Dass Tuggen einen Gang zurückschaltete, wurde dann auch prompt bestraft: Ex-Tuggner Kenith Catari lenkte in der 84. Minute einen Eckball am ersten Pfosten ins Netz und sorgte damit immerhin für etwas Resultatkosmetik. Denn nur wenig später machte Jakup Jakupov, Tuggens Joker im Sturm, mit dem 5:1 den Deckel drauf und sicherte seinen Farben den dringend benötigten Derbysieg.
Freienbachs Trainer Stephan Flühmann fand nach der Partie klare Worte für die Leistung seiner Mannschaft: «Dieser Tag ist absolut zum Vergessen. Der Gegner war uns in allen Belangen überlegen. Es war eine sehr enttäuschende Leistung meiner Mannschaft.» Man sei nicht gut in den Zweikämpfen gewesen, habe zwar in der zweiten Halbzeit nochmals gehofft, so Flühmann weiter. Von der Persönlichkeit, vom Auftritt und vom Zweikampfverhalten her sei man unterlegen gewesen. Ähnlich tönt es beim Tuggner Trainer Ivan Previtali: «Wir waren die klar bessere Mannschaft. Trotz den verschossenen Penaltys spürten wir, dass die Tore kommen, wenn wir so weiterspielen.» Angesprochen auf die gegensätzliche Gefühlslage im Vergleich zu vor einer Woche nach der 5:0-Niederlage in Wettswil, führt Previtali weiter aus: «Der letzte Samstag war nicht gut. Heute war es das Gegenteil. Man sagt im Fussball, das Hoch und Tief nahe beieinander liegen. Aber es müsste nicht so extrem sein. Wir sind nach der Klatsche wieder aufgestanden, das ist das wichtigste.» Man dürfe stolpern und umfallen, müsse aber sofort wieder aufstehen und reagieren, so Previtali. Letzteres ist Tuggen ausgerechnet im Derby mehr als gelungen.
Telegramm:
Tuggen – Freienbach 5:1 (2:0)
Linthstrasse, 575 Zuschauer, SR: Joël Brunner
Tore: 26. Ramabaja 1:0, 39. Ramabaja 2:0, 52. Quintas 3:0, 67. Morina 4:0, 84. Catari 4:1, 90.+2 Jakupov 5:1.
Tuggen: Hegner; Kräuchi, Rüegg J., Osmani, Keller; Meier (81. Kriz), Quintas (73. Antoniazzi) , Rüegg N. (89. Erbinel), Morina, Ramabaja (73. Shala), Tayey (73. Jakupov).
Freienbach: Merkas; Stumpo (63. Giordano), Göppel, Kllokoqi, Marcon, Tritten (46. Catari); Stähli (46. Maggio), Heini (46. Sabino); Teixeira, Dellova (75. Hajrizi), Straub.
Bemerkung: Tuggen ohne Rodrigues (verletzt), Bonthuis, Vasic (beide kein Aufgebot) und Ismaili (gesperrt). Freienbach ohne Morf, Rohrbach, Nsanzineza, Festic, Mendy, Gönitzer, Streckhardt, Melidoro, Gavric.
Verwarnungen: 17. Marcon (Foul), 20. Merkas (Foul), 89. Shala (Foul).