Rückblick auf die Vorrunde 2025/2026
von Daniel Horisberger (Kommentare: 0)
Trainer Ivan Previtali steht seit über zehn Jahren an der Seitenlinie. Als Trainer angefangen hat er 2013 bei United Zürich. In Tuggen trägt der 46-Jährige seit 2022 die Verantwortung als Chefcoach. Das Saisonziel beim ambitionierten Erstligisten hat sich seitdem nicht verändert: Aufstiegsrunde.
Der holprige Start
Der Tuggner Start in die Saison 2025/26 war holprig. Auf einen Sieg folgte sofort eine Niederlage. 3:2-Heimsieg gegen Dietikon, 0:2-Heimniederlage gegen Taverne, 4:2-Sieg in St. Gallen, gefolgt von der zweiten Heimpleite gegen Winterthur (0:1). «Der durchzogene Start ist ein Abbild unserer Vorbereitung. In den fünf, sechs Wochen Sommervorbereitung waren wir eigentlich nie komplett. Wir hatten Verletzte, Ferienabsenzen, waren zum Teil nur mit elf, zwölf Kaderspielern im Training», erklärt Previtali den Auftakt in die Spielzeit. Daher seien einige Spieler zum Meisterschaftsstart noch nicht auf dem Niveau gewesen, das sie normalerweise haben. Unter Berücksichtigung der Umstände sei der Start zu erwarten gewesen. «Natürlich habe ich gehofft, dass wir noch den ein oder anderen Punkt mehr machen, aber die Sommervorbereitung war nicht optimal », ergänzt der Tuggner Trainer.
Die schöne Serie
Nach den durchwachsenen ersten vier Wochen sprang der Tuggner Motor an. Es folgten vier Siege. Die Serie begann mit einem 4:2-Erfolg gegen Kosova. Im Anschluss wurde Baden mit 4:1 nach Hause geschickt und in Schaffhausen drehten Sturmtank Rodrigues und Co. beim 6:2-Sieg so richtig auf. Ein wichtiger 1:0-Sieg an der Linthstrasse gegen den Dauerrivalen Wettswil-Bonstetten rundete den erfolgreichen September ab. «Das war unsere beste Phase. Vier überzeugende Siege, da hatten wir einen tollen Lauf», beschreibt Previtali. Auffällig: acht Spiele, kein Unentschieden. «Das war keine bewusste Entscheidung. Wir wollen immer gewinnen, die acht Spiele ohne Remis sind eher ein Zufall.»
Der verschenkte Derbysieg
Mit vier Siegen im Gepäck reiste die Previtali-Elf zum Derby nach Freienbach. Die Tuggner spielten wie aus einem Guss. Durch Treffer von Dardan Morina (14.), Nathan Tayey (42.) und Sandro Wieser (52.) führte der Favorit 3:0. Bis zur 77. Minute, da gelang Kemil Festic der Anschlusstreffer. Das Derby endete 3:3. «Das sind die Spiele, da kannst du im Anschluss eine Woche nicht mehr richtig schlafen», so Previtali. Die knappe Analyse mit reichlich Abstand lautet: «Die ersten beiden Gegentore entstehen aus zwei krassen Eigenfehlern. Da hat die Konzentration gefehlt. Wir haben Freienbach wiederbelebt.» Am Schluss habe Freienbach enorm viel Druck gemacht und sich den Treffer in der 90.Minute auch verdient. «Betrachtet man die 90 Minuten, dann hatten wir 75 Minuten alles im Griff. Aber am Schluss zählt das Ergebnis. Und da ist es egal, wann ich die Tore mache.»
Das torfreudige Tuggen
Nach den verschenkten Derby-Punk-ten musste Tuggen an der Linthstrasse gegen Collina d’Oro eine deutliche 0:3-Niederlage einstecken. Doch da-nach fand das torhungrige Team schnell wieder in die Spur. 4:3-Sieg in Widnau, 3:2-Erfolg gegen Höngg. Und auch beim Tabellenleader YF Juventus führte Tuggen 3:0, doch am Ende stand ein 3:3-Unentschieden. «Das Spiel gegen Juventus war ein Top-Spiel. Das war unser bestes Spiel. Nach 60 Minuten erhalten wir eine Gelb-Rote Karte. Danach hat YF uns an die Wand gespielt und drei schöne Tore geschossen », bilanziert Previtali.
Tuggen steht für Spektakel. In der Torschützenliste sind die Märchler bestens aufgestellt: Luis Fernando Rodrigues 11 Tore, Neuzugang Nathan Tayey (6), Jakup Jakupov (5), Dardan Morina (5). Insgesamt schossen die Tuggner in 15 Spielen 39 Tore. Nur Leader Juventus schoss mehr Tore (45). Vorne läuft es wie geschmiert, aber dies geht auf Kosten der Defensive. 29-mal landete der Ball im Tuggner Netz. Nur vier Teams in der Gruppe haben mehr Gegentore kassiert. «Das ist uns ein Dorn im Auge. Die Balance zwischen offensiver Ausrichtung und defensiver Stabilität haben wir nicht gut hinbekommen», gibt Previtali of-fen zu. «Auch das kann man positiv sehen: Wir haben etwas, woran wir arbeiten können», sagt er und lacht.
Die gute Bilanz
Neun Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen. War mehr drin? Previtali zögert mit der Antwort. «Es ist immer mehr drin. Aber wir haben acht, neun neue Spieler integriert, da bin ich mit der Bilanz zufrieden.» Tuggen hat in 15 Spielen 30 Punkte gesammelt, das sind durchschnittlich zwei Punkte pro Match. Da darf man zufrieden sein. Das Saisonziel bleibt unverändert, Tuggen will in die Aufstiegsrunde. "Es ist erst Halbzeit. Wir stehen auf Position drei. 15 Spiele sind noch zu absolvieren, da ist och alles offen. Wir wollen in die Aufstiegsrunde, daran hat sich nichts geändert."
Die guten Neuen
Nachdem der langjährige Stammtorhüter und Kapitän Alessandro Merlo den FCT im Sommer verlassen hat, steht Anthony Pinthus im Tuggner Kasten. «Auch Anthony konnte aus beruflichen Gründen nur einen Teil der Vorbereitung machen, daher hat er etwas Zeit gebraucht, um an sein Leistungsniveau zu kommen», beschreibt Previtali. Pinthus habe in der Hinrunde einen Haufen Gegentore erhalten, diese könne man allerdings nicht an ihm festmachen. «Er hat insbesondere zum Ende des Jahres sehr gute Partien gezeigt.» Grundsätzlich zeigt sich Coach Previtali mit den Transfers der Sommersaison extrem zufrieden. «Mit Nando Rüegg (21) haben wir einen Mittelfeldspieler, der 14 Spiele gemacht hat. Wir haben im Angriff Nathan Tayey (28), der sich unglaublich gut eingebracht hat, und Sandro Wieser (32), der gezeigt hat, wie wichtig er für unser Spiel sein kann», listet Previtali auf. «Unsere Sommertransfers sind top.»
Die kurze Pause
«Ich hätte gerne noch weitergespielt, denn wir waren gut drauf und hatten keine verletzten Spieler», so Previtali. Sechs Wochen wird jetzt pausiert. Doch schon am 5. Januar beginnt das Training an der Linthstrasse. Das High-light der Vorbereitung auf die Rückrunde ist das Trainingslager auf Gran Canaria, Spanien. Eine Woche Sommer, Sonne, Fussball. Bevor es auf die Kanaren geht, haben die Tuggner schon vier Testspiele in den Beinen. Von Mitte Januar bis Anfang Februar sind Trainingsspiele gegen Linth 04 (2. Liga Int.), Höngg und Zug (beide 1. Liga) sowie Weesen (2. Liga Int.) angesetzt. Stand heute werde der aktuelle Tuggner Kader in der Winterpause nicht verändert. «Wir sind mit dem Kader zufrieden, daher machen wir vermutlich im Winter nichts.»