Tuggen ist in den Playoffs.....
von Daniel Horisberger
Emotional wurde es am Samstagnachmittag bereits vor der Partie. Gleich zehn Funktionäre und Spieler wurden auf dem Feld mit Blumensträussen, guten Wünschen und unter tosendem Applaus verabschiedet, darunter Trainer Ivan Previtali und die langjährigen Leistungsträger José Meier und Andrei Herlea. Denn es musste davon ausgegangen werden, dass es der letzte Auftritt jener werden wird, die den FC Tuggen verlassen – die Aufstiegsspiele hatte man nicht mehr in den eigenen Füssen.
Die Partie startete aus Tuggens Sicht engagiert und das Heimteam vermittelte den Eindruck, dass man sein Bestes geben wollte, um die Playoffs um den Aufstieg doch noch zu erreichen. Spielerisch hatte Tuggen klare Vorteile und näherte sich in der ersten halben Stunde schrittweise dem gegnerischen Tor an. Ausgerechnet José Meier war es – der Spielmacher mit filigraner Technik – welcher seine Farben per Kopf nach 25 Minuten in Führung brachte. Ebenfalls noch vor der Pause legte Tuggens Jakup Jakupov nach und erhöhte für das Heimteam auf 2:0. Tuggen zeigte eine ansprechende Leistung und war Eschen-Mauren in den meisten Belangen überlegen. Einen kleinen Moment der Unruhe gab es lediglich nach der Pause: In der 62. Minute gelang Eschen-Maurens Medin Murati der Anschlusstreffer. Sich wohl bewusst, dass 2:1 kein sicheres Ergebnis ist, drehte die Previtali-Elf in der letzten halben Stunde der Partie nochmals richtig auf. Allen voran Jakup Jakupov, der in der Schlussphase der Partie die Kapitänsbinde trug, war überall auf dem Feld anzutreffen, half zu verteidigen, stürmte für das dritte Tuggner Tor. In der 70. Minute war es Jakupov, der Nathan Tayey im Strafraum mit einer Hereingabe bediente, so dass Letzterer nur noch einzuschieben brauchte. Für die endgültige Entscheidung besorgt war schliesslich der eingewechselte Dardan Morina, der nach 84 gespielten Minuten auf der rechten Seite Freund und Feind davon lief und den Ball unbeirrt unter die Latte hämmerte. Obwohl man mit dem 4:1 das eigene Soll erfüllt hatte, mussten die Anwesenden an der Linthstrasse nach der Partie noch einige Minuten zittern, denn die anderen massgebenden Spiele dauerten noch an. Als schliesslich die Kunde über Wettswil-Bonstettens knappe Niederlage in Dietikon und Tavernes Unentschieden in Mendrisio die Runde machte, breitete sich grosse Freude aus – Tuggens Saison dauert mindestens noch zwei Spiele.
Das Herzschlagfinale am letzten Spieltag mit dem besseren Ausgang für den FC Tuggen sorgte für ausgelassene Stimmung nach der Partie. Supporter, Zuschauer und Spieler stiessen beim gemeinsamen Abschlussessen an, auf eine teilweise durchzogene, aber am Schluss durchaus gelungene Saison, welche nun sogar noch in die Verlängerung geht. Auch Trainer Ivan Previtali war nach der Partie glücklich mit der Leistung seiner Mannschaft: «Der heutige Tag könnte nicht schöner sein. Wir wussten, dass wir es nicht mehr in den eigenen Füssen hatten. Aber es ist immer alles möglich, wir mussten unsere eigenen Aufgaben bewältigen.» Es sei ein toller Abschluss der regulären Meisterschaft, denn man auch noch ein wenig geniessen wolle. «Ich versuchte auszublenden, dass es mein letztes Spiel mit Tuggen sein könnte. Ich wollte auf jeden Fall gewinnen, dass wir einen sauberen Abschluss haben. Aber es macht mir riesige Freude. Die Mannschaft hat immer mitgezogen, auch als der Entscheid über das Traineramt frühzeitig kommuniziert wurde», so Previtali. Er habe sich gedacht, er wolle Vollgas geben bis zum Schluss, und seine Jungs hätten mitgemacht. «Es hat vieles gestimmt. Es ist sehr familiär, ich habe sehr gerne für Tuggen gearbeitet und mache das immer noch. Und ich freue mich auf das, was noch kommt – Aufstiegsspiele, zum zweiten Mal in vier Jahren», so der scheidende Trainer des FC Tuggen. Mit der Qualifikation für die Aufstiegsspiele hat der FC Tuggen sein erklärtes Saisonziel erreicht und darf sogar noch vom grossen Coup träumen – denn in den Playoffs ist alles möglich. Los geht es für die Previtali-Elf bereits am Mittwochabend beim FC Langenthal, dem Zweitplatzierten der Gruppe 2.
Telegramm:
Tuggen – Eschen-Mauren 4:1 (2:0)
Linthstrasse, 389 Zuschauer, SR: Aleksandar Vidic
Tore: 25. Meier J. 1:0, 37. Jakupov 2:0, 62. Murati M. 2:1, 70. Tayey 3:1, 84. Morina 4:1.
Tuggen: Hegner; Kräuchi, Herlea (82. Vasic), Osmani, Keller; Shala (74. Morina), Meier J. (58. Kriz), Rüegg N.; Quintas (74. Quintas), Jakupov, Tayey (82. Ramabaja).
Eschen-Mauren: Zappala; Honorio, Krbanievic, Micevski, Seifert; Stevanovic (74. Murati E.), Györky, Meier L., Pizzi (68. Gjorgjievski), Murati M., Mladenovic (46. Schulthess).
Bemerkung: Tuggen ohne Bonthuis, Ismaili, Antoniazzi und Rüegg J. Eschen-Mauren ohne Sanfelici, Zivanovic, Zimmermann, Carigiet, Danckert, Radojicic.
Verwarnungen: 81. Osmani (Foul).